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Zwei in ganz Deutschland

Am 20. März 2025 besuchte eine Delegation vom Collegium Josephinum aus Bonn das Willigis. Es handelt sich um eine von zwei christlichen Jungenschulen in ganz Deutschland. Hier bot sich natürlich ein Gedankenaustausch über die Herausforderungen eines solchen Schulprofils an. Ist dieses Schulkonzept überhaupt noch zeitgemäß? Welche Gruppen werden davon angesprochen? Welche gesellschaftlichen Entwicklungen erfordern ein neues Verständnis geschlechterspezifischer Bildung? In welche Richtung muss sich die Jungenpädagogik weiterentwickeln?

Es war ein sehr aufschlussreicher Austausch. Neben dem Schulleiter Thomas Braunsfeld waren sein Stellvertreter Dr. Matthias Schöndube und die Koordinatorin für die Erprobungsstufe Annegret Effertz-Zvonar sowie die Koordinatorin für systemische Schulentwicklung Sabine Offer nach Mainz gekommen. Von Seiten des Willigis-Gymnasiums waren das Schulleitungsteam mit Dr. Markus Reinbold, Thomas Schneider und Martin Fahrnschon sowie die pädagogische Leiterin Silvana Rödder in der Runde vertreten.

Wir waren uns einig, dass das Konzept einer Jungenschule, die an christlichen Werten orientiert ist, gerade heute seine Berechtigung hat. In einer Bildungslandschaft, in der Jungen tendenziell ins Hintertreffen geraten sind und in der starre Rollenzuschreibungen nicht mehr greifen, kann Schule Stärken von Jungen besonders fördern und Entwicklungsfelder gezielt ins Blickfeld rücken, ohne dabei die Vielfalt auch an Begabungen und Einstellungen von Jungen zu negieren.

In dieser Situation befinden sich beide Schulen. Bewährtes weiterentwickeln und Neues ausprobieren. Auch wenn es Unterschiede des jeweiligen Schulverbunds von Gymnasium und Realschule etwa in der Struktur der gemeinsamen Orientierungs- (Mainz) bzw. getrennten Erprobungsstufe (Bonn) oder der Rekrutierung von Lehrkräften gibt, ähneln sich die Fragen im Bereich der Schulentwicklung und des pädagogischen Kurses, vor denen die beiden Schulen stehen.

Nach einem Mittagessen in der Mensa und einer kurzen Führung durchs Schulgebäude verabschiedeten wir die Gäste. Ein Gegenbesuch in Bonn ist für Ende Mai vorgesehen.

Markus Reinbold

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